Brasilien/Amazonien - Großer Schlag gegen Holzmafia

11.06.2005

11.06.2005

Anfang Juni gelang der Regierung unter Präsident Lula im zentralbrasilianischen Bundestaat Mato Grosso ihr bislang größter Schlag gegen die Holzmafia. Bei der Aktion der Bundespolizei wurde ein Netzwerk aus Holzschmugglern und korrupten Mitarbeitern der nationalen Umweltbehörde IBAMA aufgedeckt. Knapp die Hälfte der 89 Festgenommenen arbeitete für die Behörde und nutzte ihre Anstellung, um illegale Holzeinschläge durch die Ausgabe von Einschlagkonzessionen zu legalisieren.

 

Insgesamt sind die Verhafteten für 1,9 Mill. Kubikmeter illegal geschlagenes Holz verantwortlich. Dies entspricht einer Schlange von 76.000 aneinandergereihten, beladenen LKWs auf der Strecke von Rio de Janeiro bis Brasília.

 

Die jüngste Operation wird als Reaktion Lulas´ auf Veröffentlichungen zu aktuellen Abholzungsraten in Amazonien interpretiert, den zweithöchsten in Brasiliens Geschichte. Allein im letzten Jahr wurden dabei 26.000 Quadratkilometer vernichtet - ein Gebiet größer als Hessen.