Indien: ASW-Partner werden in der Corona-Krise aktiv

22.04.2020

Indien-Interessierte finden aktuell auch in deutschen Zeitungen viele Infos über die bedrückende Lage in dem 1,3 Milliarden-Land. Die infolge der Corona-Pandemie verhängte Ausgangssperre verschärft das ohnehin schon große Gefälle zwischen Arm und Reich massiv.

Allerdings transportieren die von den Medien verbreiteten Bilder auch europäische Stereotype über Indien. Millionen von Menschen, die in Slum-Virenherde eingesperrt sind oder solche, die als potentielle Virenträger unterwegs sind irgendwohin, wo sie eine Überlebenschance erhoffen. Insgesamt ist die Berichterstattung viel zu sehr auf die Städte fokussiert.

Was ist aber mit den rund 850 Millionen Menschen, die in Indien noch auf dem Land leben?  Viele dürfen nicht auf ihre Felder, um die Ernte einzubringen. Was bedeutet das für die Ernährung ihrer Familien? Zudem gibt es viel zu wenig Krankenhäuser. Die ganz Armen, eh schon Abgehängten, werden kaum Zugang zu ihnen finden.
Ein Staat, der schon im Normalfall die Unter- oder Mangelernährung von einem Drittel seiner Bevölkerung zulässt, wird keine ernsthafte Notversorgung hinbekommen.
Aus Überschwemmungs- oder Dürrezeiten wissen wir ja, wie wenig bei den wirklich Bedürftigen ankommt.

In dieser Situation hat die ASW bereits Nothilfegelder für indische Partnerorganisationen bereitgestellt. Unter anderem ASES und RDS unterstützen derzeit Menschen in den Dörfern dabei, geforderte Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Frauen-SHG haben begonnen, Schutzmasken herzustellen und zu verbreiten. Es werden Workshops organisiert, die über den Virus, seine Verbreitungswege und über angemessene Hygienemaßnahmen informieren.
Die Organisationen stellen überdies Seife und Desinfektionsmittel zur Verfügung.