Narmada und kein Ende

20.04.2006

20.04.2006

Die Vergrößerung des Sardar Sarovar Stausees bedroht Zehntausende von Menschen

An der Narmada wird wieder gebaut - die Narmada Control Authority hat am 8. März 2006 einer Erhöhung der Sardar Sarovar Staumauer von 110 auf 121 Meter zugestimmt.

Die Narmada Bachao Andolan, die Widerstandsbewegung gegen das Projekt, begann sofort mit Protestaktionen. Die Sprecherin des Widerstands Medha Patkar trat am 29. März in einen unbefristeten Hungerstreik. Sie befindet sich derzeit in einem kritischen Zustand.

 

Bis heute warten über 30.000 Menschen auf angemessene Entschädigung und Umsiedlung auf kultivierbares Land. Die hatte der Oberste Gerichtshof in Delhi in zwei Urteilen, Oktober 2000 und März 2005, angeordnet. Aber die zuständigen Behörden der Bundesstaaten Gujarat und Madhya Pradesh haben diese Auflagen unterlaufen. Gleichzeitig haben sie laut Medha Patkar falsche Zahlen an die Narmadaaufsichtsbehörde geleitet, auf deren Basis die ihre jetzige Zustimmung zu einer Vergrößerung des Stausees erteilt habe.

 

Weitere 220 Dörfer werden betroffen sein. Den Menschen, die ihr Land verlieren - mehrheitlich Adivasi - wird es nicht besser ergehen als den alten Opfern des Sardar Sarovar-Projektes: sie werden ihr künftiges Leben auf unfruchtbarem Land oder in städtischen Slums fristen.