Polavaram Staudammprojekt in Südindien: Den Preis zahlen Adivasi

10.04.2006

Aktuell siehe Polavaram 2009 

 

ASW, März 2006

Zur Zeit formiert sich in Südindien Widerstand gegen das Polavaram (Indirasagar)-Staudammprojekt, das die Bundesstaaten Andhra Pradesh, Chhattisgarh und Orissa betreffen wird. Öffentliche Hearings wurden durch Protestaktionen von betroffenen Adivasi gestört, die nicht zu den Anhörungen geladen waren. Die Narmada-Aktivistin Medha Patkar kündigte einen Kreuzzug gegen das Projekt an.

 

Der Stausee wird sich allein in Andhra Pradesh über drei Distrikte erstrecken und dort 276 Dörfer unter seinen Wassern begraben. 150 000 Menschen sollen insgesamt umgesiedelt werden. 60 Prozent von ihnen sind Adivasi.

Das Projekt soll Trinkwasser, Wasser für Bewässerung und Industrie sowie Elektrizität in die Küstenregionen liefern.

 

Die Landesregierung von Rajasekhara Reddy hatte mit dem Bau begonnen, ohne den Abschluss des Genehmigungsverfahrens abzuwarten. Dann hatte der Oberste Gerichtshof von Andhra Pradesh einen Baustopp verhängt. Ende Oktober erhielt die Landesregierung von der Zentrale in Delhi den Bescheid, dass die für „Flusstal- und Bewässerungsprojekte“ vorgeschriebene Umwelt-Folgen-Abschätzung (EIA) zu einem positiven Abschluss gebracht sei. (Times of India 26.10.05)

 

Der Chiefminister R. Reddy hatte vor der Presse verkündet, dass nun alle Hürden für das Projekt genommen seien. Medha Patkar warf der Regierung daraufhin Irreführung der Öffentlichkeit vor: Der Bescheid aus Delhi habe sich nur auf den Environmental Protection Act von 1986 bezogen. Eine für Staudammprojekte vorgeschriebene Folgenabschätzung für den Wald auf der Grundlage des Forest Conservation Act von 1980 stehe aber noch aus. (The Hindu 27.10.05)

 

Auch in Deutschland starten jetzt (März 2006) fünf Organisationen - darunter die ASW - eine Kampagne.

Informationen unteroeffentlichkeit(at)aswnet.de