Indien: Streit um das Polavaram-Staudammprojekt geht in die nächste Runde

29.10.2010 · 01:00 Uhr

28.10.2010 Seit im November 2004 der damalige Regierungschef des südindischen Bundesstaates Andhra Pradesh den Grundstein für den Polavaram-Staudamm legte, wird heftig um dieses Projekt gestritten. Es soll Strom und Wasser für ferne Städte und für landwirtschaftliche Großbetriebe liefern. Dem geplanten Stausee werden mindestens 200.000 Menschen zu weichen haben. Geschätzte 323 Dörfer werden in den Fluten verschwinden. Ausführlicher: 20.02.2009 

 

Längst haben sich diese Betroffenen organisiert und ihre Ablehnung des Projektes mit verschiedenen Protestformen zum Ausdruck gebracht. Aber auch die Landesregierung des Nachbarstaates Orissa hat sich Anfang 2009 zum Projektgegner erklärt. Sie will die Überflutung von Wäldern und Dörfern in ihrem Hoheitsgebiet nicht hinnehmen und hat beim Supreme Court in Neu Delhi Einspruch eingelegt: Gegen verschiedene Baufreigaben für den Polavaram-Damm sowie gegen seine Aufwertung zu einem Projekt mit nationalem Status.

 

Mit Erfolg. Auf Anordnung des Obersten Gerichtes muss sich die indische Zentralregierung nun mit den Bedenken Orissas beschäftigen. Projektgegner nutzen den Anlass und fordern die Einstellung des Projektes in seiner geplanten Form sowie eine stärkere Beteiligung der Betroffenen.

 

Die ASW unterstützt zurzeit ein Netzwerk von 18 NGOs bei seinem Engagement gegen den Damm und für die Betroffenen. Das „Adivasi Development and Rights Forum“ (ADRF) in Andhra Pradesh setzt sich unter anderem für eine Einhaltung der Gesetze ein, die vorschreiben, dass die Betroffenen gehört werden. Und sie organisiert und stärkt die Menschen vor Ort, damit diese bei Verhandlungen mit der Regierung ihre Interessen besser durchsetzen können.

Mehr Informationen zu ADRF: indien(at)aswnet.de