Simbabwe: Witwen droht Armut

13.11.2004

13.11.2004

Obwohl das Gesetz in Simbabwe jegliche Diskriminierung aufgrund des Geschlechts verbietet, fällt dies unter den Tisch, wenn es mit traditionellen Gesetzen nicht konform geht. Vor allem Frauen, die nach traditionellem Recht verheiratet wurden, sind stark benachteiligt, wenn der Ehemann ohne Testament verstirbt.

 

86 Prozent aller Frauen in Simbabwe arbeiten in der Landwirtschaft. Jedoch gibt es kein Gesetz, welches besagt, wem das Land gehört. Es wird still davon ausgegangen, dass das Land dem männlichen Familienvorstand gehört, so dass verwitwete Frauen nicht automatisch das Land ihres verstorbenen Gatten erben. So ist es möglich dass Witwen von den Verwandten von ihrem eigenem Land vertrieben werden. Häufig bestehlen oder erpressen Verwandte des Verstorbenen die hinterbliebene Witwe oder Kinder. Da diese sich ihrer Rechte nicht bewusst sind, wird selten die Hilfe der Polizei gesucht.

 

Mit der wachsenden Zahl von Ehemännern, die gerade auch in ländlichen Gebieten an Aids versterben, betrifft dieses Problem immer mehr Frauen und Kinder. Ein gesichertes Erbrecht haben die Witwen und Waisen nur, wenn die Ehe staatlich registriert wurde, was auf dem Land nicht oft der Fall ist. Traditionelle Dorfoberhäupter sind deshalb vom Staat nun berechtigt worden, Ehen offiziell zu registrieren. Daneben bleibt die Arbeit von Initiatven wie dem ASW-Partnerprojekt CTT unabdingbar, das hinterbliebene Frauen, Kinder und Großeltern über ihre Rechte informiert und sie mit Fortbildungen und Krediten dabei unterstützt, ihr Überleben zu sichern.