Togoischer ASW-Partner setzt auf kleine Veränderungen vor Ort

01.08.2019

„Die großen Kämpfe gewinnt man durch eine Vielzahl kleiner Aktionen.“ Tata Ametoenyenou, der Koordinator der togoischen Organisation OADEL, zeigte sich bei einem Besuch in der ASW-Geschäftsstelle optimistisch. Und das trotz schwieriger politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in seinem Heimatland Togo, wo die „Monarchie“ der Eyadema-Familie noch immer fest im Sattel sitzt.

Die ASW-Partnerorganisation OADEL unterstützt vor Ort Kooperativen von Sojaproduzentinnen und schiebt mit verschiedenen Aktivitäten eine komplette Wertschöpfungskette an. An deren Ende stehen Bäcker*innen in Lomé, die das Sojamehl zu einem gesunden Brot verarbeiten und an die Bevölkerung verkaufen.

„Dank der ASW Unterstützung haben unsere Bäckereien in Lomé kürzlich die Anerkennung des Gesundheitsministeriums erhalten“, berichtete Tata. „Und dank unserer Informationen hat dieses schließlich das als krebserregend geltende Treibmittel Kalium-Bromat für Backwaren verboten.“ OADEL wird ab sofort auch eine Rolle bei der Ausbildung von Bäcker*innen spielen.

Weitere Erfolge sind, dass das Ministerium für Landwirtschaft nun auch darauf drängt, dass für die Herstellung von Brot in dem westafrikanischen Land nun vermehrt einheimische landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sorghum, Maniok und Soja verwendet werden. Früher, so Tata , wurde Brot nur aus teurem Importweizen hergestellt.

Obwohl OADEL auf die Stärkung von Frauenkooperativen setzt, von denen auch eine Politisierung der Mitglieder ausgehen könnte, hat die Organisation bislang keine Schwierigkeiten mit dem Regime. „Wir machen eine Arbeit, die vor allem die Livelihoods von Frauen stärkt, und das ist bislang kein Problem. Wir kritisieren aber auch die Landwirtschafts- und Wirtschaftspolitik des Staates, und damit könnten wir auch in die Gefahrenzone gelangen.“

Doch Bündnisse mit anderen Nichtregierungsorganisationen, die OADEL derzeit eingeht, geben hier etwas mehr Sicherheit.