Frauen der Quilombo-Gemeinde Bacuri

Quilombo-Frauen stärken ihre Gemeinde und verhindern Abwanderung

BRASILIEN

Die Quilombola-Gemeinde Bacuri entstand im frühen achtzehnten Jahrhundert durch eine Gruppe von etwa 10 Familien. Diese sind um 1700 im Bauch eines Sklavenschiffes nach Brasilien gekommen und wurden an lokale Zuckerrohrmühlen verkauft, um dort als Sklav*innen in den Schnapsbrennereien zu arbeiten. Sie konnten fliehen und haben sich dort versteckt, wo heute der Quilombo Bacuri ist.

Die Familien begannen von der Produktion der Felder zu leben und verkauften ihre Produkte am Fluss an Händler der anliegenden Dörfer. Die Region war reich an fruchtbaren Böden und Wäldern und mit verschiedenen Obstarten gesegnet. Zu den typischen Baumarten der Region gehört der Bacurizeiro (Baumart), der dem Ort seinen Namen gegeben hat.

Sammelwirtschaft und Einkünfte aus informeller Arbeit

Heute leben die Familien im Wesentlichen von staatlichen Familienzuschüssen, der Produktion von Mehl und Sammelwirtschaft, sowie von den Einnahmen aus informellen Berufen wie Handwerk und sporadischer Arbeit in der Stadt.
Nach und nach gehen der Quilombolagemeinde Bacuri aber auch Teile ihrer Kultur verloren. Vor allem weil immer mehr Jugendliche in die Städte abwandern, ist es schwierig, die Traditionen weiter zu pflegen.

Warten auf die kollektiven Landtitel

Seit Jahren leiden die Menschen unter den Auswirkungen der Monokultur und der Viehzucht, die sich in der Region Baixo Tocantins ausbreiten und die Umwelt zerstören. Die Definition und Anerkennung der Quilombolagemeinde Bacuri ist erst 2009 erfolgt, allerdings wartet die Gemeinde bis heute auf die offizielle Anerkennung ihres kollektiven Landtitels.

Eigeninitiative zur Verhinderung der Abwanderung

Mit dem Projekt „Raízes do Bacuri“ – “Bacuri Wurzeln“ – wollen die Quilombo-Frauen ihre Arbeit sichtbar machen, Ausbildungsmöglichkeiten in agrarökologischen Praktiken anbieten, Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Senioren aus fördern und somit die lokale Kultur stärken. Das Projekt hat das Ziel, das Einkommen von jungen Menschen in der Region zu erhöhen und somit die Abwanderung in die Städte zu verringern.