Landarbeiterinnen auf dem Weg zur Emanzipation

In der nach wie vor stark patriarchalisch geprägten Gesellschaft dieser Region haben es die Frauen besonders schwer, obwohl sie als Kleinbäuerinnen oft eigenständig produzieren. Doch durch die Einsparung finanzieller Mittel für marginalisierte Bevölkerungsgruppen, Umweltschutz und Landwirtschaft unter der neuen rechtsgerichteten Regierung droht sich ihre Situation weiterhin zu verschlechtern.

Bereits unter Temers Vorgängerin Dilma Rousseff gründeten 39 Frauenorganisationen im Jahr 2013 den Luzia Dorothy de Espirito Santo Fond. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Organisationen von Landarbeiterinnen, Quilombolas, Indigenen und Flussanwohnerinnen mit traditioneller Lebensweise. Der AMTR-STM wurde als eine von diesen mit der Verwaltung des Fonds betraut. Seitdem finanzieren sie acht Projekte mit dem Ziel, autonome Frauenorganisationen im agrarökologischen Bereich zu unterstützen.

Mit der Vermittlung von praktischem Wissen zu Agrarökologie und gleichzeitigen Schulungen zu Gewaltbekämpfung und Feminismus unterstützt AMTR-STM seine Mitglieder dabei, ihre Autonomie auszubauen. Dadurch sollen sich die Frauen den Zugang zu kommunalen Märkten einfacher erschließen können und somit ein stärkeres wirtschaftliches Standbein und somit finanzielle Unabhängigkeit bekommen. Alles zusammen stärkt das Selbstwertgefühl der Frauen und befähigt sie, sich gemeinschaftlich in ihren Gemeinschaften zu behaupten. Langfristig tragen sie so zu einer gleichberechtigten Stellung von Mann und Frau in ihrer Gesellschaft bei.