Brasilien - Abayomi

Junge Quilomolas sichern sich ihre Zukunft

Der Name ABAYOMI bedeutet sowohl „Kostbare Versammlung“ wie auch „Das Beste was ich geben kann“. Als eine Gruppe junger Quilombolas (Nachfahren ehemaliger Sklaven) auf der Insel Marajó sich vor fünf Jahren unter diesem Organisationsnamen zusammenschloss, wollten sie die Verbundenheit mit ihrer Geschichte bezeugen: Das Beste, was Mütter einst in den Sklavenschiffen auf dem Weg nach Brasilien ihren Kindern geben konnten, waren Stoffpuppen aus Kleiderfetzen. In diesen verstauten sie Liebe, Wohlstand, Zuneigung, Kraft und Einheit.

Mit der Organisation ABAYOMI stellt sich die Jugend Marajós in besonderer Weise den Herausforderungen, die alle Quilombola im heutigen Brasilien zu meistern haben. Dazu gehört zum Beispiel die schleppende Vergabe offizieller Landtitel an ihre Gemeinschaften. Als Teil des Quilombola-Dachverbandes MALUNGU wollen die jungen Aktiven die ältere Generation mit ihrem besonderen Elan unterstützen.

Im Allgemeinen leben die Quilombolagemeinden Marajós von Landwirtschaft, Fischfang und Sammelwirtschaft. Einige Familien beziehen auch staatliche Unterstützung in Form von Renten oder Familienzuschüssen. Da der Zugang zu den in der Verfassung verbrieften Rechten, vor allem dem Recht auf die kollektiven Landtitel, so fundamental für die Lebensweise der Quilombola ist, gilt es für diese energisch einzutreten und sie auch gegen Angriffe der aktuellen Regierung zu verteidigen. Denn nur so werden auch junge Menschen aus den Quilombolagemeinschaften eine Perspektive auf ein Bleiben in ihren Dörfern haben.

Mit einer Ausbildung zu Gemeindeführungen für Touristen sowie Workshops zu Tanz und der Herstellung von Instrumenten startete im August 2018 ein neues Projekt der Jugendlichen. Ziel ist es, dass die Quilombolajugend vor Ort auch eine ökonomische Perspektive findet und in den kommenden Jahren auch die Führung in ihren Gemeinden übernehmen kann.


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Mit der Organisation ABAYOMI schaffen junge Quilombolas Voraussetzungen für ein Leben in ihren Gemeinden mit Zukunft. Sie bilden Führungspersonen aus und empowern sich ökonomisch.
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