Brasilien - FAMCOS

StadtrandbewohnerInnen kämpfen für ihr Recht auf Stadt

Wie in vielen Ländern des „Globalen Südens“ wachsen auch in Brasilien die Bevölkerungen der Städte schneller, als diese genügend Infrastruktur bereitstellen können. Insbesondere in den sich ausdehnenden Stadträndern mangelt es der überwiegend armen Bevölkerung an Zugang zu Wohnraum, Bildung oder Gesundheitseinrichtungen. Diese Probleme sind auch in der heute rund 300.000 Einwohner zählenden Stadt Santarém anzutreffen. Mit ihrer Lage an der Mündung des Tapajós in den Amazonas ist die Stadt das Umschlagzentrum für den Warenverkehr auf dem Tapajós schlechthin. Zunehmend werden die Häfen Santaréms für den Sojaexport ausgebaut, die damit einhergehende Umweltzerstörung, die auch durch den zunehmenden Schiffverkehr sowie die Abholzung und die Monokulturen des Umlandes hervorgerufen wird, ist direkt in den ärmeren Stadtvierteln zu spüren und gefährdet deren Bewohner. Außerdem zeigen immer mehr Großinvestoren Interesse an Santarém und bauen dort Büro- und Wohngebäude, wo heute noch ArbeiterInnen und einfache Familien wohnen. Die Arbeit für die marginalisierte Stadtbevölkerung ist daher heute umso wichtiger.

 

Bereits 1989 gründete sich FAMCOS als Dachverband zivilgesellschaftlicher Organisationen mit stadtplanerischen Interessen für die Verbesserung der Lebensqualität der Stadtbevölkerung Santaréms. Mit dem Projekt „Tecendo a Resistência Urbana“ (dt. „den städtischen Widerstand weben“) hat FAMCOS es sich zur Aufgabe gemacht, die marginalisierten BewohnerInnen Santaréms dabei zu unterstützen, sich gegen die genannten Bau- und Großprojekte zu wehren. Vielen BewohnerInnen droht, dass sie durch den Hafenausbau für den Sojaexport ihre Grundstücke verlieren. Anderen, die vom Fischfang leben, geht infolge der Eingriffe in den Flusslauf diese Einkommensquelle verloren

Der ASW-Partner FAMCOS steht diesen Menschen zur Seite und unterstützt sie bei der Organisierung von Widerstand. In Workshops erfahren sie von ihrem Recht auf Stadt, in Foto- und Filmkursen erlernen sie, wie sie öffentlichkeitswirksames Material erstellen und über die Bedrohung durch den Bau der Sojaverladehäfen aufklären können. Sie werden in ihren Bürgerrechten gestärkt, lernen, sich in politische Entscheidungsprozesse einzubringen und werden auch in Fragen zu Gewaltprävention und Gender geschult. Durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen lernen sie, immer eigenständiger aufzutreten. Letztlich sollen sie sich mit eigenen Vorschlägen an der Entwicklung der Stadt beteiligen.

Zudem steht FAMCOS vor PolitikerInnen und städtischen Behörden für die Interessen der marginalisierten Stadtbevölkerung ein und kämpft dafür, dass die Meinung der Zivilgesellschaft in den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen der Stadt berücksichtigt wird.


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FAMCOS steht marginalisierten StadtbewohnerInnen in der 300.000 Einwohner-Stadt Santarém zur Seite, unterstützt sie bei der Organisierung von Widerstand und befähigt sie, sich mit eigenen Vorschlägen an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen.
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