Brasilien - FAOR

Indigene Frauen Amazoniens gegen Holzraub und Großprojekte

„Unser Land wird von den Weißen nicht respektiert, auch unsere Lebensweise nicht. Wir leben von der Natur und wir werden sie um jeden Preis verteidigen“ erklärt Eliane Guajajara, die Koordinatorin der „Kriegerinnen des Waldes“.

Die Guerreiras da Floresta gehören zu den 600 indigenen Guajajara, die im Schutzgebiet Caru im Bundestaat Maranhão sesshaft in Dörfern leben. Jede Familie bewirtschaftet zwischen 1,5 und 3 Hektar Fläche und baut dort Nahrungsmittel für den eigenen Bedarf an. Zudem gibt es Gemeinschaftsfelder auf denen Mais, Reis oder Maniok angebaut werden. Die Pflanzung von Obstbäumen wie Açaí oder Bacuri ist eine neue Entwicklung und ergänzt die traditionelle Sammelwirtschaft. Fischfang und Jagd spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, sind aber durch die Versandung der Flüsse, durch illegale Wilderei und durch die Bahnlinie am Rande des Territoriums bedroht.

Die größte Bedrohung für das Schutzgebiet Caru, für das Guajajara so lange gekämpft haben, sind jedoch die illegalen Holzfäller. Sie dringen ein, um Edelhölzer zu schlagen oder um für Großgrundbesitzer Flächen zu roden, damit neues Weide- oder Ackerland entsteht. Siedler aus umliegenden Dörfern legen zudem Brände, um Holzkohle zu gewinnen.

 

Im Dorf Maçaranduba besteht die Gruppe der „Kriegerinnen des Waldes“ aus 32 Frauen. Sie wollen den verbliebenen Wald in Caru und ihre traditionelle Lebensweise um jeden Preis verteidigen.

Einmal im Monat schicken sie daher eine Schutzgruppe durch das Territorium, um nach illegalen Holzfällern, Wilderern oder Brandrodungen Ausschau zu halten. Die Aufgabe ist beschwerlich und gefährlich. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Trotzdem beteiligen sich zunehmend mehr Frauen an der Verteidigung der Territorien. Neben den Patrouillen kümmern sie sich auch um die Wiederaufforstung gerodeter Gebiete.

 

 

Die Guerreiras da Floresta tauschen sich auch mit anderen indigenen Frauen Maranhãos aus und nehmen am überregionalen Vernetzungsprozess des ASW-Partners FAOR teil. Die Frauen sind auch die ersten, die im Rahmen eines von der ASW, dem BMZ und der Heidehof Stiftung unterstützten Projektes ihre Territorien mit Drohnen überwachen und schützen werden. „Mit Drohnen können wir Eindringlinge, illegale Abholzungen und Brände schneller erkennen“, erläutert Eliane Guajajara das neue Schutzkonzept. „So wollen wir die Wälder als Grundlage unserer Kultur schützen.“

Ein weiterer Vorteil dieser neuen Instrumente: Sie bewahren die Frauen vor direkten Konfrontationen mit den Holzfällern. Denn diese sind meist gewaltsam.

 

Um die indigenen Gemeinschaften Amazoniens zu stärken, hat der ASW-Partner FAOR alle zusammengebracht, die von Wasserkraftvorhaben, Bergbau und Infrastrukturmaßnahmen bedroht sind. Gemeinsam beraten die Guajajara nun mit den Munduruku und Kumaruara vom Rio Tapajós und den Gemeinschaften vom Rio Xingu über die für ihr Überleben zunehmend bedrohliche Situation und entwickeln neue Selbstverteidigungsstrategien.

Die Lage ist ernst: Die UNO-Sonderberichterstatterin für die Rechte indigener Völker Victoria Tauli-Corpaz hatte bereits 2016 vor dem Risiko des Ethnozids an den indigenen Völkern Brasiliens gewarnt. Unter Präsident Temer verschlechtert sich die Situation zunehmend.

Neue Gesetzesvorhaben sollen den Zugriff auf indigenes Land erleichtern und die Ausweisung neuer Territorien verhindern. Einschüchterung und Morde an führenden Aktivisten und Aktivistinnen nehmen zu. Zur Verteidigung ihrer Landrechte und damit zum Schutz der verbliebenen Waldgebiete brauchen die indigenen Gemeinschaften dringend unsere Unterstützung und unsere Solidarität!

Wir bitten Sie daher um ihre Spende für diese neuen Schutzkonzepte.


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FAOR stärkt gezielt indigene Frauen, damit sich diese wirksamer gegen Holzraub, die Exploration mineralischer Rohstoffe auf ihren Territorien sowie gegen Staudämme wehren können. Wie bei allen Aktivitäten von FAOR steht ihre Vernetzung ganz oben.
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