YOUTH FOR FUTURE

In Deutschland und unseren Projektländern

Lange galt die „heutige Jugend“ als apolitisch, desillusioniert und uninteressiert an den großen sozialen Entwicklungen unserer Zeit. Das hat sich spätestens mit den allwöchentlichen Schüler*innen- und Studierendendemonstrationen „Fridays For Future“ geändert.

Zu den wichtigsten Zielen der deutschen Bewegung gehören die Abschaffung von Subventionen fossiler Brennstoffe, der Kohleausstieg sowie höhere Investitionen in erneuerbare Energien. Während in Deutschland über die Streiks als eine grobe Missachtung der Schulpflicht diskutiert wird, demonstrieren Jugendliche in knapp 20 anderen Ländern weltweit für ähnliche Ziele. Greta Thunberg, die 16-jährige schwedische Aktivistin, machte dafür 2018 den Anfang mit ihrem „Skolstrejk för klimatet“ und setzte eine beeindruckende Welle in Bewegung. Mittlerweile ist Klimapolitik eines der wichtigsten Themen für Wähler*innen in Deutschland, was sich u.a. bei der EU-Wahl im Mai Ausdruck verschafft hat.

 

Auch Menschenrechtsthemen auf der Agenda

 

Aber nicht nur in Sachen Klimawandel setzen sich junge Menschen vehement für Veränderung ein. In Deutschland gehen regelmäßig Zehntausende auf die Straßen für Seenotrettung und Toleranz; im Sudan protestieren die Menschen für die Niederlegung des Mandats der Militärregierung und für freie Wahlen.

In den Ländern unserer Projektpartner*innen ist es ebenfalls die Jugend, die die Lebensverhältnisse zu verbessern sucht und sich gegen Ungerechtigkeit offen zur Wehr setzt. In Brasilien fordern Jugendliche Quilombola eine gerechtere Verteilung von Landtiteln, auch für sich selbst, als Nachfahren ehemaliger Sklav*innen. in Burkina Faso setzt sich die Jugendorganisation ODJ dafür ein, dass Menschen aus den Bergbauregionen des Landes entschädigt werden und ihnen Anteile an den Erlösen zukommen. Ende Mai wurden zwei der jungen Mitarbeiter der Organisationen ermordet. Der Verdacht eines politisch motivierten Mordes liegt nahe, denn die beiden Männer waren zum Zeitpunkt der Tat gerade auf dem Weg zu Gesprächen mit dem hohen Kommissar der Provinz Yagha, um über die Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung und Bergbauunternehmen zu sprechen.

 

Das besondere Engagement von ASW-Partnern

 

Die Jugendlichen sind diejenigen, denen die Zukunft gehört. Sie kämpfen gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und für bessere Zukunftsperspektiven. Deshalb fördern wir auch Projekte, die ganz konkret Jugendliche zur Zielgruppe haben. Indien beispielsweise hat eine der am schnellsten wachsenden jugendlichen Bevölkerungen weltweit. Rund 23% der in Indien lebenden Menschen sind zwischen 10 und 19 Jahren alt. Die Bedürfnisse und Anforderungen an diese Gruppe unterscheiden sich stark von denen der Erwachsenen. Speziell junge Frauen und Mädchen – identifiziert als besonders verletzliche Bevölkerungsgruppe – haben mit der Tabuisierung körperlicher Entwicklungen, Diskriminierung und Ausschluss, besonders im Bereich der Bildung, zu kämpfen. Auch Heirat im Kindesalter und frühe Schwangerschaften erschweren den Zugang zu Bildung und Selbständigkeit. Besonders der Yadari Distrikt, nur 30 km von Hyderabad entfernt, ist von Mädchenhandel, Kinderarbeit und Kinderheirat betroffen. Auch niedrige Alphabetisierungsraten, Migration und Unterernährung stellen ein großes Problem in der Region dar, die vorrangig von Adiavsi bewohnt wird. Unsere Partner*innen setzen sich vor Ort dafür ein, junge Frauen und Mädchen in marginalisierten Gesellschaften zu stärken, sie über Hygiene, Ernährung und Selbstständigkeit aufzuklären und ihnen die Chance auf Bildung zu ermöglichen. Durch unterschiedliche Aktivitäten sollen Tabus in Bezug auf Menstruation und das Reproduktionssystem gebrochen werden, um die Mädchen und jungen Frauen so in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Der Fokus liegt dabei auf jugendlichen Mädchen zwischen 11 und 16, die eine staatliche oder private Schule besuchen.

 

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