Armut bekämpfen, Vielfalt erhalten

Gärten der Solidarität im Senegal und in Brasilien
 

„Heute bin ich mit meinem Leben zufrieden“, berichtet Adja Sylla lachend, während sie mit ihrer Freundin Saly Cisse auf dem Gelände des zukünftigen Nachbarschaftsgartens am Rande der senegalesischen Stadt Thiès den Boden auflockert.

Der Weg dahin war für Adja alles andere als einfach. Aufgewachsen in dem Dorf Ngomne, ging sie auf Wunsch ihrer Eltern mit 15 Jahren in die Stadt, um als Haushaltshilfe Geld zu verdienen. Sie bekam nur sehr wenig, musste jedoch an sieben Tagen die Woche den Haushalt führen und auf die Kinder aufpassen. Als die heute 28-Jährige Kontakt zur Frauengruppe von Oumy Seck bekam, begann sich ihr Leben zu verändern. Sie interessierte sich für das Färben von Stoffen. Mit Unterstützung der Frauengruppe erarbeitete sie sich ein erstes eigenes Einkommen.

Doch ihr Herz schlägt für die Landwirtschaft. Sie nahm als eine der ersten Frauen an der Ausbildung zu ökologischer Landwirtschaft und zur Anlage von Familiengärten teil.

„In meinem Dorf wurde fast nur Hirse angebaut. Das lohnte sich aber kaum, viel Land wurde brach liegen gelassen“, erinnert sie sich. In den Nachbarschaftsgärten der Frauengruppe gibt es dagegen eine Vielfalt von Gemüse-und Obstsorten sowie Kräuter. „So bekommen viele der Familien hier gesunde Nahrung. Wir nutzen brachliegende Flächen und bewahren die Vielfalt.“

 

Gemeinschaftliche Lösungen auf der anderen Seite des Atlantik
 

Im brasilianischen Belém, machen Frauen ganz ähnliche Erfahrungen. Auch Domingas Martins wuchs vor vielen Jahren in einem kleinen Dorf auf und wurde als sehr junges Mädchen in die Stadt geschickt. Als Hausangestellte erlebte sie jahrelang Armut und Unterdrückung. Die heute 66-jährige Aktivistin hat in Belém eine Frauenorganisation gegründet.

Im Armenviertel Bengui errichteten die Frauen ein Tagungshaus und einen urbanen Garten. Das Haus bietet Platz für die Herstellung und den Verkauf von Kunsthandwerk. Es finden Veranstaltungen zu Frauenrechten, Gesundheits- und ökologischen Themen statt.  
Der kleine Garten animiert die Frauen des Stadtteils dazu, eigene Küchengärten anzulegen.

Immer mehr arme Familien vom Lande schicken Angehörige in die Stadt, um die Versorgung der Familien abzusichern. Die industrialisierte Landwirtschaft zerstört zunehmend die Perspektiven der Kleinbäuer*innen auf dem Land. Mit unseren urbanen Gärten der Solidarität arbeiten wir an gemeinschaftlichen Lösungen für die benachteiligte Bevölkerung.
 

Ihre Spende ist ein wichtiger Beitrag dazu:
 

Für 35 Euro kann Saatgut für einen Nachbarschaftsgarten angeschafft werden.

75 Euro decken die jährliche Pauschale zur Bewässerung von sieben Mikrogärten

Für 152 Euro können notwendige Gartenwerkzeuge für einen Nachbarschaftsgarten angeschafft werden

450 Euro ermöglichen 30 Frauen eine umfassende Schulung in ökologischem Gartenbau