Gärten der Frauen in Indien

Mit neuen Ideen und der Unterstützung der ASW-Partner in Indien haben auch Frauen im indischen Bundesstaat Odisha begonnen, ihr Leben zu verbessern. Die meisten von ihnen gehören den Dalits an, den stark benachteiligten Kastenlosen, die bisher von Entwicklung und Förderung abgeschnitten waren. Der erste Impuls war die Organisierung der Frauen der rückständigen Dörfer im Bezirk Puri in Selbsthilfegruppen. Hier tauschten Sie sich aus, legten Küchengärten und Gemeinschaftsfelder an und gewannen so Mitsprache im Dorf.

Die Aktivistinnen der ASW-Partner motivierten die Frauen, kleinere Beträge anzusparen und dadurch an zinsgünstige Kredite für eine eigene Existenzgründung zu kommen. Gemeinsam entwickelten sie neue erfolgversprechende Maßnahmen, die mit einfachen Mitteln umzusetzen sind.

Eine derjenigen, die den Mut hatte neue Wege zu gehen, war Ranjana Nayak aus dem Dorf Bhoisahi. Sie nahm an einem Lehrgang zur Pilzzucht teil, und begann sich darauf zu spezialisieren. Die Pilze dienen der Ergänzung der eigenen Ernährung. Es gibt aber auch eine ausreichende Nachfrage bei Händlern und in Restaurants der Region. „Pilze sind als Nahrungsmittel noch nicht so weit verbreitet, für die oberen Kasten gelten sie sogar als unrein. Aber die Beraterin erklärte uns die Vorteile der Pilze als Nahrungsmittel und wusste bereits einige Abnehmer in der Region“, berichtet Ranjana. Von den Erträgen des Pilzverkaufs kauft sie dann die Pilzsporen für die nächste Aussaat. Das Stroh der Pilzzucht konnte wunderbar für den sonstigen Gartenbau verwendet werden. Mit den Rupien die übrigbleiben, sichert sie den Schulbesuch ihrer beiden Töchter.

 

 

Andere Frauen spezialisierten sich auf die Produktion einer nahrhaften und haltbaren Linsenpaste, andere bauen essbare Marigold- Blumen an. Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab. Die Frauen haben eigene Bankkonten, eine Krankenversicherung und die Überschüsse aus dem Verkauf der Waren investieren die Frauen in die Gesundheit der Familie und die Bildung der Kinder. Sie nehmen zunehmend Einfluss in den Dorfgemeinschaften und können so die Entwicklung der Dörfer aktiv mitgestalten. In der Selbsthilfegruppe wird zudem über die alltägliche Gewalt gegen Frauen in den Dörfern diskutiert. „Niemand ist mehr allein. Gemeinsam lernen wir, uns zu wehren. Durch die eigenen Einkommen sind wir auch nicht mehr so abhängig von den Männern“, freut sich Ranjana über ihr neu gewonnenes Leben.

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