Indien: Gesundheit und Leben schützen

ASW-Partner kämpfen gegen Corona und Mangelernährung 

 

Die Coronakrise in Indien läuft aus dem Ruder. Neuinfektionen von über 400.000 Menschen werden in den Medien genannt und bis zu 4.000 Coronatote täglich. Gemessen an der Gesamtbevölkerung würde dies zwar „nur“ den schlimmsten europäischen Inzidenzen und Todeszahlen entsprechen. Doch vieles spricht dafür, dass die realen Zahlen in Indien um ein Vielfaches höher liegen.

Der heftige Ausbruch ist sicherlich auch Folge einer verfehlten Politik der Regierung Modi. Nach der verhältnismäßig glimpflichen ersten Welle wurde alle Vorsicht über Bord geworfen. Außerdem zeigen sich jetzt in voller Wucht die Konsequenzen der jahrelangen Unterfinanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems und seiner partiellen Privatisierung.
Auch die Impfkampagne ist in Indien noch weit zurück, trotz aller Versprechungen. Neben der auch hier ignoranten Politik der national-hinduistischen Regierungspartei wird eine ausreichende Impfstoffproduktion durch die völlig unsolidarische Impf- und Patentpolitik der westlichen Industriestaaten systematisch verhindert.

 

Hunger und Mangelernährung als Coronafolge

Die Coronakrise bedingt zudem eine gravierende Zunahme von Hunger und Mangelernährung. Für einen Großteil der armen Bevölkerung sind Beschäftigung und Einkommen weggebrochen. Die Notrationen des indischen Ernährungsprogramms sind häufig unzureichend oder erreichen die Bedürftigen nicht. Wo es vitaminreiches Obst und Gemüse zu kaufen gibt, ist es für die in extremer Armut lebenden Menschen aus den Dalit- und Adivasi-Gemeinschaften nicht erschwinglich.

„ In dieser schwierigen Situation leiden wieder die Frauen und Kinder am meisten“, erklärt uns Monimoy Sinha, der Direktor des Centre for World Solidarity, Partner der ASW in Hyderabad. „So mussten zum Beispiel Hausangestellte zurück in die Dörfer, weil sie wegen Corona den Job verloren haben. Sie brauchen dringend Schutz vor der Pandemie und Zugang zu gesunder Ernährung.“

 

Zugang zu nährstoffreicher Nahrung und Gesundheit

Unsere Partner in 19 Regionen haben deshalb einen Fokus auf Projekte in Gebieten mit erschwertem Zugang zu gesunder Ernährung gelegt. In der akuten Notsituation werden die Menschen in den Dörfern weiter über die Ausbreitung des Virus und Schutzmaßnahmen aufgeklärt. Junge Menschen werden mobilisiert, um die staatlichen Stellen bei der Impfkampagne zu unterstützen. Transporte erkrankter Menschen zu Krankenhäusern werden organisiert. Für die Kinder werden zusätzlicher Schulunterricht und Lernmaterialien bereitgestellt. Besonders Betroffene erhalten Lebensmittelhilfe, Kleinbäuer*innen Saatgut für die nächste Aussaat.

Um die mittelfristigen Folgen der Pandemie aufzufangen erhalten Frauen und Mädchen Unterstützung bei der Anlage von Küchengärten und bei der Anschaffung von Kleinvieh. Durch Ausbildung in Schneiderei, Pilzzucht und Milchverarbeitung sollen eigene Einkommen möglich werden. Auf Dorfebene entstehen solidarische Dorfgruppen. Sie stellen den Zusammenhalt der Bewohner*innen, den Erfahrungsaustausch sowie die gegenseitige Hilfe sicher und fordern im lokalen Rahmen die Umsetzung elementarer Maßnahmen im Bereich Ernährung und Gesundheit ein.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende den ausgegrenzten Menschen in Indien bei ihrem zunehmend verzweifelten Kampf gegen Corona und Hunger!