Adivasigemeinschaft der Dongria Kondh (ASW-Partner FARR, Orissa)

Indien - mehr Gerechtigkeit für Frauen und Kastenlose

Indiens Wirtschaftsboom hat dem Großteil der ländlichen Bevölkerung sowie den 108 Mio Indigenen, Adivasi, und den 209 Mio Kastenlosen, Dalits keine Vorteile gebracht. Adivasi werden durch Rohstoffprojekte vertrieben, Dalits weiterhin schwer diskriminiert und Kleinbauern durch eine verfehlte Agrarpolitik ihrer Existenzgrundlage beraubt. Die Folge: Zwei Drittel aller Inder - die meisten von ihnen in ländlichen Regionen (!) - können sich nicht ausreichend mit Nahrung versorgen.

Frauen haben in der indischen Gesellschaft einen besonders schlechten Status. In Stadt und Land sind sie extremer Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Die seit der tödlichen Misshandlung einer Studentin Ende 2012 durch die Presse gehenden Vergewaltigungen sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Unsere Partnerorganisationen berichten von einer extremen Verbreitung – und Akzeptanz – von häuslicher Gewalt. Außerdem werden Mädchen bis hinauf in die Mittelschicht vor allem als Belastung angesehen und daher – nach einer pränatalen Geschlechtsbestimmung – oft gar nicht erst geboren. So kommen heute auf 1000 Männer nur noch 933 Frauen. Und mit diesem Frauenmangel steigt nicht etwa die Achtung vor der Frau – er belebt stattdessen den Frauenhandel.

ASW geförderte Frauenorganisationen kämpfen gegen diese Zustände. Sie organisieren die Frauen in den Dörfern zu Selbsthilfegruppen, informieren sie über Frauenrechte, bieten Rechtsbeistand, Zuflucht und psychologische Begleitung und befreien Frauen sogar aus den Fängen von Menschenhändlern.
Die Unterstützung der benachteiligten Bevölkerungsgruppen der Dalits, Adivasi und Kleinbauern beim Einfordern ihrer Menschenrechte ist der zweite Förderschwerpunkt unserer Indienarbeit. Wir gehen dabei über klassische Entwicklungshilfe hinaus und stärken ausschließlich lokale Ansätze zur Selbsthilfe.