Junge Frauen bei WAP in Simbabwe stellen Seife her

Ökonomisch gestärkte junge Frauen verwehren sich der Kinderehe

SIMBABWE

Kein Zugang zu fließendem Wasser, Strom und Kanalisation - für viele Menschen in Simbabwe ist das der Alltag. Die Arbeitslosenquote wird auf 90 % geschätzt. Wenngleich ein Großteil dieser Menschen informeller Arbeit nachgeht, sind die meisten Familien von Armut betroffen. Am stärksten die Frauen.

Da das Geld kaum für Nahrungsmittel und erst recht nicht für Hygieneartikel oder den Schulbesuch der Kinder reicht, werden Mädchen oft schon sehr früh verheiratet oder sind gezwungen sich zu prostituieren, um der finanziellen Notlage zu entkommen. Nicht selten kommt es zu ungeplanten Schwangerschaften und die - oft minderjährigen - Frauen enden als alleinerziehende Mütter ohne finanzielle Unterstützung.

Um Frauen und Mädchen vor Zwangsehen und Abhängigkeit zu schützen, bietet ihnen unsere Partnerorganisation WAP neue Perspektiven. Seit ein paar Jahren haben sie Jugendclubs für Mädchen in den Townships aufgebaut, deren Slogan „Give us books not husbands“ schon viel über ihre Philosophie verrät. Bei ihren wöchentlichen Treffen sprechen sie über die Gefahren von ungeschütztem Geschlechtsverkehr, die Konsequenzen von Zwangsehen und ungewollten frühen Schwangerschaften. Neben den ernsten Themen wird auch zusammen gesungen, gespielt, über Träume und Sorgen geredet. Seit 2019 lernen Mädchen und Frauen in den Girls Clubs nun auch, wie man Seifen herstellt. Über die selbst entwickelte Marke „Clean Girl“ werden die eigenen Seifen und Reinigungsmittel nun in vielen kleinen Läden in den Townships verkauft. Nach erfolgreicher Zertifizierung durch die simbabwische Qualitätssicherungsbehörde ist das nächste Ziel nun der Vertrieb in Supermärkten von Harare

Die lokal produzierte Seife hat viele Vorteile - sie ist günstiger als die importierten Konkurrenzprodukte, sodass sich alle Bewohner*innen die Seife leisten können. Dadurch profitiert die gesamte Gemeinschaft von dem Projekt. Durch die Herstellung und den Verkauf der Seifen, verdienen die Frauen ein eigenes Einkommen und sind finanziell abgesichert. So können sie ihren Kindern den wichtigen Schulbesuch ermöglichen und den Haushalt bestreiten.

Mit WAP steht den Frauen ein erfahrender Partner zur Seite. Seit 2012 setzt sich die Organisation für eine gleichberechtigte Gesellschaft ohne Kinderehen ein und leistet wichtige Aufklärungsarbeit in Simbabwe.

Im VIDEO stellen junge Frauen sich und ihre Arbeit vor: