10 burkinische Frauen stehen auf dem Feld

Grüne Inseln geben neue Hoffnung auf trockenen Böden

APAF

APAF schafft durch kreative Aufforstungen, Mischkulturen und Kreislaufsysteme grüne Inseln im trockenen Kaloack. Das Empowerment von Frauen steht dabei im Mittelpunkt.

In der Region Kaolack im Süden des Senegal dominiert seit der Kolonialzeit der Erdnussanbau, mit gravierenden Folgen. Die Böden sind trocken, nährstoffarm und kaum noch ertragreich. Der Klimawandel verschärft die Situation. Regen fällt unregelmäßig, Wasser ist knapp. Viele Ernten reichen nicht mehr aus, um Familien das ganze Jahr zu ernähren. Junge Menschen wandern ab, weil sie keine Perspektive sehen. 

Landwirtschaft im Einklang mit der Natur

Hier setzt unsere Partnerorganisation APAF an. Statt Monokultur fördert sie Agroforstwirtschaft: Bäume, Getreide und Gemüse wachsen gemeinsam und unterstützen sich. Sogenannte Leguminosenbäume stehen im Zentrum. Sie binden Stickstoff aus der Luft und reichern den Boden damit an. Schritt für Schritt wird ausgelaugte Erde wieder fruchtbar. Die Bäume spenden Schatten, halten Feuchtigkeit und schützen vor Austrocknung.

Das Konzept knüpft an traditionelles Wissen an und verbindet es mit modernen Ansätzen, die dem Klimawandel standhalten. Ziel ist langfristige Ernährungssicherheit und stärkere Unabhängigkeit der Gemeinden.

Frauen im Mittelpunkt

APAF unterstützt aktuell fünf Frauengruppen mit 260 Mitgliedern. Ein entscheidender Schritt, denn die Frauen erhalten erstmals eigenes Land, offiziell von der Gemeinde zugewiesen. Damit gewinnen sie Zugang zu Ressourcen, Selbstbestimmung und Einfluss. Auf ihren Feldern setzen sie das neue Wissen gemeinsam um.

Grüne Inseln entstehen

Ausgangspunkt der Arbeit ist eine Baumschule: Hier werden Leguminosen-, Mango-, Zitrus-, Papaya- und Tamarindenbäume sowie Gemüse- und Kräutersamen gezogen. Bäuerinnen erlernen neue Anbaumethoden.

Auf den Gemeinschaftsfeldern entsteht dann ein vielfältiges System: Zwischen jungen Bäumen wachsen Getreide und Gemüse. Wasserbecken speichern Regenwasser und dienen gleichzeitig der Fischzucht. Hühner und Ziegen ergänzen das System und schaffen Nahrung und weitere Einkommensmöglichkeiten.

Besonders raffiniert ist das Zusammenspiel dieser Elemente: Die Wasserbecken sammeln Regenwasser und dienen zur Bewässerung in der Trockenzeit. Gleichzeitig werden darin Fische gehalten. Ihr Kot reichert das Wasser mit Nährstoffen an, und genau dieses Wasser wird später zum Gießen verwendet. Pflanzenreste dienen wiederum als Fischfutter. Ein geschlossener Kreislauf entsteht.

Landwirtschaft das ganze Jahr über

Was früher undenkbar war, wird nun Realität: Die Felder können ganzjährig bewirtschaftet werden. In Kombination mit den Wasserspeichern können nun auch außerhalb der Regenzeit Gemüse und andere Kulturen angebaut werden.

Sichtbare Veränderungen

Schritt für Schritt werden die Böden wieder fruchtbar. Pflanzen wachsen kräftiger, Erträge steigen und die Ernährungssituation verbessert sich deutlich. Das Projekt verändert auch das soziale Gefüge: Frauen erkennen ihre zentrale Rolle für die Zukunft der Dörfer, organisieren sich, treffen Entscheidungen und gestalten ihre Lebensbedingungen aktiv.

Wachstum und Ausblick

Was 2013 als kleines Projekt begann, wächst stetig weiter. Gemeinsam mit APAF begleiten wir die Gemeinden auf diesem Weg, damit fruchtbare Böden, Ernährungssicherheit und neue Perspektiven auch in Zukunft wachsen können.