
Aufforstung auf einem gemeinsamen Feld der Frauen
Zwischen Verantwortung und Unsicherheit
In Burkina Faso tragen viele Frauen die Verantwortung für Ernährung, Landwirtschaft und das Wohlergehen ihrer Familien. Gleichzeitig haben sie oft nur begrenzten Zugang zu Land, eigenem Einkommen und Bildung. Besonders im Südwesten des Landes verschärfen Klimawandel, Umweltzerstörung sowie die Folgen von Gewalt und Vertreibung durch terroristische Milizen die Situation zusätzlich.
Wenn Ernten ausbleiben, Böden austrocknen und die Lebenshaltungskosten steigen, sind es häufig die Frauen, die neue Wege finden müssen, um ihre Familien zu versorgen und den Alltag zu bewältigen.

Frauen stärken, Zukunft gestalten
Hier setzt APFG (Association pour la promotion féminine de Gaoua) mit Bildung, beruflicher Stärkung und wirtschaftlicher Qualifizierung an. Unsere Partnerorganisation setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von Frauen und Mädchen ein und kennt die Bedürfnisse vor Ort genau.
Gemeinsam mit der ASW unterstützt sie Frauen und Mädchen dabei, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Frauen langfristig mehr wirtschaftliche Sicherheit und Selbstständigkeit gewinnen und gleichzeitig ihre Rechte und ihre Rolle in der Gemeinschaft stärken können.
Kollektive Strukturen als Antwort
APFG fördert den Zusammenschluss von Frauen in selbstverwalteten Gruppen. Die Frauen lernen voneinander, unterstützen sich gegenseitig und entwickeln neue Einkommensmöglichkeiten. Sie werden darin geschult lokale Produkte wie Sheanüsse, Soja, Maniok, Néré oder Erdnüsse zu verarbeiten und daraus verkäufliche Lebensmittel und Alltagsprodukte herzustellen. Dazu gehören zum Beispiel Sheabutter, Senf, Pulver, Teigwaren, Kekse, Erdnusspaste oder andere verarbeitete Erzeugnisse, die auf lokalen Märkten gefragt sind. Gleichzeitig erhalten die Gruppen Unterstützung bei der Organisation, Vermarktung und dem Aufbau kleiner wirtschaftlicher Strukturen.

Landwirtschaft und Lebensgrundlagen sichern
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Landwirtschaft. Gemeinschaftsgärten, klimaangepasste Anbaumethoden, Aufforstung und ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser helfen dabei, Erträge zu sichern und die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu schützen.
So entstehen nicht nur neue Einkommensmöglichkeiten. Auch die Widerstandskraft der Gemeinden gegenüber Klimawandel und Krisen wächst.
Mehr als wirtschaftliche Unterstützung
APFG fördert nicht nur wirtschaftliche Selbstständigkeit, sondern auch gesellschaftliche Veränderung. In Gesprächsrunden, Theateraktionen und Schulungen setzen sich Frauen und Mädchen mit Themen wie Frauenrechten, geschlechtsspezifischer Gewalt, Frühehe und Zwangsheirat, weiblicher Führung sowie positiver Männlichkeit auseinander.
Dabei werden auch Männer, Jugendliche, religiöse Autoritäten und Gemeindeleitungen einbezogen. Denn Veränderungen gelingen langfristig nur dann, wenn sie von der ganzen Gemeinschaft getragen werden.

Frauen als Vorbilder in ihren Gemeinden
Mit der Zeit werden viele Teilnehmerinnen selbst zu Ansprechpartnerinnen und Vorbildern in ihren Dörfern. Sie geben ihr Wissen weiter, unterstützen andere Frauen und setzen sich für Veränderungen in ihrem Umfeld ein.
So entstehen neue Perspektiven – für einzelne Frauen, ihre Familien und ganze Gemeinschaften. Schritt für Schritt wachsen Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und die Möglichkeit, die eigene Zukunft aktiv mitzugestalten.

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