Mädchen stärken, Zukunft verändern

Centre for World Solidarity (CWS)

Das Projekt "Girl Power" unseres Partners CWS stärkt Mädchen aus benachteiligten Gemeinschaften dabei, ihre Rechte zu kennen, Gewalt und Kinderheirat zu benennen und selbstbewusst für sich einzutreten.

Unser Partner

Das Centre for World Solidarity (CWS) ist die wichtigste indische Partnerorganisation der ASW in Hyderabad. Es übernimmt dort die Betreuung und Beratung der Projekte. Die Organisation arbeitet eng mit lokalen Gruppen zusammen und stärkt vor allem Frauen und benachteiligte Gemeinschaften. Die Projekte sind lokal verankert, selbstorganisiert und zielen auf eine langfristige Stärkung der Gemeinschaft ab. Das CWS ist in den 1980er Jahren aus dem damaligen Indienbüro der ASW hervorgegangen. 

Für mehr Selbstbestimmung und Teilhabe

Im Südosten Indiens leben viele Mädchen und Frauen aus Dalit-, Adivasi- und anderen benachteiligten Gemeinschaften unter mehrfacher Diskriminierung. Sie erleben Armut, werden in traditionelle Rollen gedrängt und haben oft nur eingeschränkten Zugang zu Bildung. Zudem sind sie von Gewalt, Kinderarbeit oder Kinderheirat bedroht. Dadurch haben viele von ihnen nur eingeschränkte Möglichkeiten, über ihr eigenes Leben und ihre Zukunft zu entscheiden.

Das CWS-Girl-Power-Projekt setzt genau dort an: Es schafft Räume, in denen Mädchen nicht nur Wissen erwerben, sondern auch lernen, ihre Situation zu verstehen und zu verändern. In Workshops zu Geschlechtergerechtigkeit setzen sie sich mit sexueller Gewalt, Kinderarbeit, Kinderheirat, Hygiene und der doppelten Belastung durch Haus- und Familienarbeit auseinander. Dabei wird bewusst mit lebendigen Methoden gearbeitet, etwa mit Rollenspielen, offenen Gesprächen, kreativem Schreiben und Videoproduktion.

Lernen, mitreden, Veränderungen anstoßen

Das Projekt richtet sich vor allem an Mädchen aus Dalit-, Adivasi- und anderen benachteiligten Gemeinschaften. Auch Eltern und Dorfführungspersonen werden einbezogen, damit Veränderungen im ganzen Umfeld ankommen. Die lokalen Mitarbeiterinnen unserer Partnerorganisation CWS gehen direkt in die Dörfer und suchen Eltern, die ihren Töchtern die Teilnahme am Projekt und den Workshops erlauben. 

Viele von ihnen bleiben auch nach den Schulungen aktiv, organisieren sich in Gruppen, produzieren eigene Videos und machen in ihren Gemeinden auf Themen wie Kinderheirat oder Gewalt aufmerksam. 

Wenn Mädchen ihre Stimme nutzen

Die Mädchen gewinnen Selbstvertrauen, Wissen und Handlungskraft. Sie lernen, dass sie Rechte haben, Missstände benennen dürfen und ihre Perspektive zählt. Ein Mädchen, das zu Beginn des Projekts kaum etwas über ihre Rechte wusste, erstellt nach einem Jahr eigene Videos, in denen es Gleichaltrige aufklärt. Genau das ist Emanzipation im Alltag: nicht abstrakt, sondern sichtbar, hörbar und praktisch.

Langfristig sollen die Mädchen nicht nur in ihren Dörfern sicherer und selbstbewusster auftreten, sondern auch als Erwachsene ihre Bürgerrechte stärker wahrnehmen können. Dafür möchte CWS die Begleitung der Mädchen über die Schulzeit hinaus ausbauen, um zu verhindern, dass sie nach der Schulzeit wieder in alte Abhängigkeiten geraten. 
So entstehen Netzwerke junger Frauen, die ihre Rechte kennen, sich gegenseitig unterstützen und Veränderungen in ihren Gemeinschaften anstoßen. Das CWS-Girl-Power-Projekt ist damit kein kurzfristiges Förderangebot, sondern ein langfristiger Aufbau von Mut, Wissen und solidarischer Veränderung, der von den Mädchen selbst getragen wird.