
Agroökologische Felder in Carariacá: Kaffepflanzen werden beschattet von Lupinen
Im Amazonas verändern sich die Regeln des Überlebens: Längere Dürren führen zu Wasserknappheit, Waldbränden und Ernteausfällen. Flüsse, Seen und Grundwasser führen weniger Wasser, während der Zugang zu sauberem Trinkwasser immer schwieriger wird. Viele Familien verlieren ihre Ernten, Saatgut und Einkommen. Dadurch steigen die Kosten für die Versorgung, und die Ernährungssicherheit sinkt.
Unser langjähriger Partner FASE ist in mehreren brasilianischen Bundesstaaten tätig. Wir fördern insbesondere die Arbeit in Amazonien. FASE verbindet praktische Hilfe mit politischer und gesellschaftlicher Veränderung und unterstützt die Gemeinden dabei, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Es geht nicht nur darum die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Die Menschen erwerben zugleich Wissen, organisieren sich, verteidigen ihre Rechte und nehmen gemeinsam Einfluss auf politische Entscheidungen. Dazu bringt FASE Menschen zusammen. Durch die Kooperation mit Universitäten, Behörden, NGOs und sozialen Bewegungen sollen die Erfahrungen der Gemeinschaften vor Ort dauerhaft verankert, dokumentiert und weiterverbreitet werden.

Die Menschen lernen, wie sie ihre Felder, Hausgärten und Wälder so bewirtschaften können, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen genügend Lebensmittel anbauen. Dabei werden das Wissen der Gemeinden und neue, passende Lösungen miteinander verbunden.
In den Gemeinden entstehen einfache Systeme, mit denen sich Wasser sammeln, speichern und reinigen lässt. Familien erhalten Unterstützung beim Anbau verschiedener Pflanzen und bei der Pflege von sogenannten Agroforstsystemen. Dabei handelt es sich um Flächen, auf denen Nutzpflanzen und Bäume zusammenwachsen. In Mischkulturen von großen und kleinwüchsigen Pflanzen gedeihen beispielsweise Maniok, Bananen, Pfeffer, Mais, Bohnen und Koriander gut und sind besser gegen Schädlinge geschützt. Auch Bäume traditioneller Sammelfrüchte wie Açaí oder Bacuri tragen in Agroforstsystemen höhere Erträge. So gelingt der Anbau auch bei ausbleibendem Regen.

Vor allem Kleinbauernfamilien, indigene Gemeinschaften, Quilombola-Dörfer und Familien, die von Waldprodukten leben. Sie erzeugen mehr Lebensmittel, werden unabhängiger von unsicheren Preisen und Lieferungen von außen und bringen gleichzeitig ihre Interessen in politische Gremien und Netzwerke ein. So vertreten sie selbst ihre Belange: für eine sichere Ernährung, sauberes Wasser und den Schutz ihrer Lebensgrundlagen.

205 Familien setzen eigene Initiativen um: Vom Hausgarten über das gemeinsame Saatgutlager bis zur Wasserstelle. Dabei werden 200 Hektar Wald vor Rodung geschützt und nachhaltig genutzt. Es entstehen starke Netzwerke aus Universitäten, Behörden und Bewegungen, die die Erfahrungen der Gemeinden nach außen tragen.
Wir unterstützen die Arbeit von FASE gemeinsam mit der Heidehof-Stiftung und mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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