Frauen tragen Agrarökologie in die Städte

Durch Gemeinschaftsgärten stärkt die Grupo de Mulheres do Brasil, GMB, die Autonomie von Frauen, ihre Solidarität untereinander und fördert zudem eine vitaminreiche Ernährung.

GMB ist die älteste und noch immer eine der wichtigsten Frauenorganisationen in Belém. Sie hat sich 1986 mit dem Ende der Diktatur gegründet und fordert seitdem Bürgerrechte und Gleichberechtigung ein. Themen wie Gewalt gegen Frauen, sexuelle Identität und Einkommensschaffung stehen im Vordergrund. Für diese Arbeit und ihre Präsenz in verschiedenen Netzwerken, unter anderem dem von der ASW geförderten Amazonasnetzwerk FAOR und im Forum für Stadtplanung genießt die Organisation hohes Ansehen.

Mit dem bei der ASW beantragten Projekt “Wir säen Agroökologie in den Städten - Lebendiger Garten”, das die Frauen der Gruppe zusammen erarbeitet haben, möchte GMB Gemeinschaftsgärten in Belém auf- und ausbauen und gleichzeitig feministische Autonomie stärken.

GMB hat aktiv an dem zweiten nationalen Agrarökologiekongress in Brasilien teilgenommen, auf dem auch das „Nationale Kollektiv urbaner Gärten“ gegründet wurde. GMB versteht urbane Gärten als Alternative zum bestehenden politischen Entwicklungsmodell, das auf agroindustrieller Landwirtschaft basiert.

Auf dem Gelände, das zu dem Haus der Gruppe gehört und das sich auf 13 mal 63 Meter erstreckt, werden nun Fruchtbäume gepflanzt und Hochbeete für Heilkräuter, Gemüse und Salat angelegt. Sie sollen zur Eigenversorgung der Frauen dienen, aber auch als Schaugarten. In Kursen wird nicht nur der Umgang mit den Pflanzen vermittelt, sondern auch gezeigt, wie Heilkräuter im Bereich der Frauenheilkunde genutzt werden können. Die ersten Kurse haben schon stattgefunden und die ersten Obstbäume sind gepflanzt. Bei den schnell wachsenden Gemüsesorten kann bald geerntet werden.