
Wenn Klimawandel und Armut den Alltag erschweren
Dürren, Hitze, Überschwemmungen und Wirbelstürme treffen die Menschen in Odisha hart. Alleinstehende Frauen aus armen, ländlichen und oft indigenen Gemeinschaften sind besonders verwundbar: Sie tragen meist die Verantwortung für Wasser, Nahrung, Brennholz und die Versorgung der Familie. Gleichzeitig haben sie nur wenig Zugang zu Land, Geld, Technik und Mitsprache. Klimawandel und Armut verstärken einander — und alleinstehende Frauen sind dabei oft noch stärker ausgeschlossen als andere.

Starkes Netzwerk, starke Frauen
Hier setzt die National Alliance of Women (NAWO) an. Die indische Frauenorganisation stärkt alleinstehende Frauen und gibt ihnen eine Stimme. Sie arbeitet eng mit lokalen Frauengruppen zusammen, damit Frauen ihre Rechte kennen, staatliche Hilfen beantragen und im Alltag mehr mitbestimmen können. Im Bundesstaat Odisha ist das Netzwerk besonders gut verankert — 230 Mitgliedsgruppen in 30 Distrikten arbeiten dort zusammen. Seit einigen Jahren unterstützt auch die ASW diese wichtige Arbeit.

Was vor Ort entsteht
NAWO setzt auf praktische Unterstützung, Lernen von Frau zu Frau und den Aufbau neuer Strukturen vor Ort. 50 Frauen werden so ausgebildet, dass sie in ihren Dörfern zu Ansprechpartnerinnen werden — für Fragen zur Saat, zum Boden, zur Ernte. Mindestens 100 Frauen lernen, wie sie organischen Dünger herstellen, natürliche Schädlinge bekämpfen, Kompost anlegen und eigene Küchengärten aufbauen.
Dazu entstehen Saatgutbanken, in denen einheimisches Saatgut gesammelt und geteilt wird, und der Austausch zwischen den Dörfern wächst. Indirekt profitieren auch die Familien der Frauen — Kinder, Schwiegereltern und andere Haushaltsmitglieder — von stabileren Ernten, neuem Wissen und besseren Einkommensmöglichkeiten.

Mehr Unabhängigkeit, mehr Stimme, mehr Widerstandskraft
Die Frauen wenden klimaangepasste Landwirtschaft sicher an und übernehmen mehr Verantwortung in ihren Gemeinden. Sie werden unabhängiger von Hybrid-Saatgut, chemischen Düngern und Pestiziden und setzen stärker auf einheimisches Saatgut und ökologische Methoden. Gleichzeitig wächst ihre Rolle in der Gemeinschaft, und sie gewinnen mehr Sicherheit im Umgang mit Hunger, Armut und den Folgen des Klimawandels.
Die ausgebildeten Frauen wirken als Multiplikatorinnen — sie geben ihr Wissen weiter, lang nach Ende der Schulungen. Die Saatgutbanken werden von den Gemeinden selbst betrieben und erhalten. Langfristig geht es darum, widerstandsfähige ländliche Gemeinschaften aufzubauen, in denen Frauen ihre Rechte kennen, ihre Interessen gemeinsam vertreten und ihre Zukunft aktiv mitgestalten.

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