TOGO
Lokales Brot stärkt Ernährungssouveränität
„Die Landwirtschaft in Togo ist nicht nachhaltig“, sagt Tata Yawo Ametoenyenou, Leiter der ASW-Partnerorganisation OADEL und ergänzt mit einem selbstbewussten Lachen: „Das wollen wir ändern!“
Togo gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Viele Familien leben von der Landwirtschaft, können damit aber oft nicht ihren Lebensunterhalt sichern. Hirse, Maniok, Mais und Soja werden zwar angebaut, doch stabile Absatzmärkte fehlen. Gleichzeitig dominieren importierte Lebensmittel wie Weizenbrot den Markt – oft günstiger als regionale Produkte. Das schwächt die lokale Wirtschaft und macht das Land abhängig von Importen.
Mehr als Brot: Qualität, Gesundheit und Vertrauen
Die Covid-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben gezeigt, wie anfällig die Versorgung mit importierten Lebensmitteln ist. Steigende Preise und zeitweise Mehlknappheit führten zu einer wachsenden Nachfrage nach lokalem Brot. Damit dieses jedoch dauerhaft akzeptiert wird, braucht es Qualität und Vertrauen.
OADEL unterstützt handwerkliche Bäckerinnen bei der Herstellung von Brot aus lokalen Mehlen und schult sie in Hygiene, Qualitätskontrolle, Vermarktung und Betriebsführung. Um das lokale Brot bekannter zu machen, organisierte die Organisation eine Verkostung für das Personal des Ministeriums für Technische Bildung in Lomé. Dort konnten die Teilnehmer*innen verschiedene Brotsorten aus Soja, Maniok etc. probieren, die Vorteile des lokalen Brotes kennenlernen und direktes Feedback geben. Gleichzeitig bot die Veranstaltung den Bäckerinnen die Möglichkeit, sich mit potenziellen Vertriebspartner*innen zu vernetzen.
In enger Zusammenarbeit mit staatlichen Gesundheitsbehörden setzt sich OADEL zudem für verbindliche Hygienestandards und die Einführung eines Hygienezertifikats für Bäckereien ein. So trug die Organisation in einer früheren Projektphase entscheidend dazu bei, das krebserregende Backmittel Kaliumbromat in Togo zu verbieten – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der öffentlichen Gesundheit.
Starke Frauen – starke Ernährungssysteme
Im Zentrum des Projekts stehen Frauen: Bäckerinnen, Verarbeiterinnen, Verkäuferinnen und Produzentinnen. Rund 800 Bäckereien, überwiegend von Frauen geführt, werden dabei unterstützt, regelmäßig hochwertiges lokales Brot zu produzieren und zu vermarkten. So sichern sie Einkommen für ihre Familien, schaffen Ausbildungs- und Arbeitsplätze in ihren Gemeinden und stärken lokale Wirtschaftskreisläufe.
Die Wirkung der Projektarbeit ist bereits sichtbar: Mehr als 569 Bäckerinnen und Bäcker wurden landesweit geschult, lokales Brot ist heute in 44 Gemeinden verfügbar, und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in regionale Produkte wächst. Gemeinsam mit staatlichen Stellen, Handwerkskammern und zivilgesellschaftlichen Partnern arbeitet OADEL daran, dass lokales Brot nicht nur ein Projekt bleibt, sondern ein fester Bestandteil einer nachhaltigen nationalen Ernährungspolitik wird.
Lokales Brot ist damit mehr als ein Nahrungsmittel. Es steht für Einkommen, Gesundheit und Ernährungssouveränität – und für eine Zukunft, die auf lokalen Ressourcen aufbaut.
Wir bitten Sie sehr herzlich, unterstützen Sie die starken Frauen in Togo, die gemeinschaftlich an einer besseren Zukunft bauen, mit einer Spende.

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