Jugendliche aktiv gegen Kriminalisierung

UNIPOP schult Jugendliche und junge Erwachsene aus verarmten Vororten der Städte Amazoniens, damit sie auf Gemeindeebene partizipieren und so eine gerechtere Politik mitgestalten können.

Für die brasilianischen Medien ist diese gesellschaftliche Fehlentwicklung kein Thema. Sie berichten verkürzt über Jugendkriminalität und schrecken nicht davor zurück, ganze gesellschaftliche Gruppen zu Tätern zu erklären. Betroffen sind besonders schwarze männliche Jugendliche, die in den Peripherien der urbanen Zentren wie Belém leben. Faktisch sind diese jungen Erwachsenen die Leidtragenden. Weil sie pauschal kriminalisiert werden, sind sie verstärkt von Polizeigewalt betroffen. Die Medien und die Polizei brauchen Täter, und ob Razzien und Schüsse nicht die Falschen treffen, wird selten gefragt.

UNIPOP begegnet dieser Schieflage mit einem Medienprojekt. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 29 Jahren sollen der verzerrten öffentlichen Wahrnehmung ein realistisches Bild ihrer Lebenssituation entgegensetzen. Auch soll ihre Teilhabe an politischen, demokratischen Prozessen, zum Beispiel in Netzwerken, in politischen Parteien, Gemeindezentren, kulturellen Gruppen, Kooperativen und studentischen Verbänden gestärkt werden.

Konkret sollen die TeilnehmerInnen in Informations- und Kommunikationstechnologien, die ihnen vertraut sind, so geschult werden, dass sie gemeinschaftlich und selbstbestimmt eigene Nachrichten und Hintergrundberichte produzieren können. Durch deren Verbreitung über möglichst viele Kanäle sollen sie auch Einfluss auf öffentliche Debatten nehmen.

Gleichzeitig werden Aktionen zur Einflussnahme auf die öffentliche Politik in Stadtrandbezirken von Belém stattfinden und weitere Straßenevents in anderen Gemeinden.

So werden die Jugendlichen zu selbstbestimmten Akteuren, die Alternativen schaffen, um die alltägliche soziale Ausgrenzung zu verringern. Bitte unterstützen Sie UNIPOP bei dieser wegweisenden Arbeit.