Jugendliche Waldschützer der indigenen Guajajara, Brasilien

Jugendliche aus indigenen Gemeinschaften schützen ihre Territorien

BRASILIEN

Als sich vor einigen Jahren zwei Dutzend Jugendliche aus der indigenen Gemeinschaft der Guajajara im Dorf Macaranduba zusammenschlossen, um ihre Territorien zu verteidigen, haben sie Treffsicherheit bewiesen. Sie gaben ihrer Organisation den bedeutungsvollen Namen ZAWATO, „Adler“ in der Tenetehara-Sprache. Ein Adler steht für Weitsicht und hat Krallen. „Um sein Ziel zu erreichen, muss ZAWATO viele Male fliegen, schweigen und seine Beute überraschen. Mit dieser Inspiration hoffen wir, Konzentrationsfähigkeit und Geduld zu erlangen, um schließlich das zu erreichen, was wir wollen“, erläutert einer der Jugendlichen.

Verteidigung und Überwachung der indigenen Territorien

Das Ziel der jungen Menschen ist es, den indigenen Gemeinschaften langfristig zu ihrem Recht und zu einem sicheren Leben zu verhelfen. Sie tragen mit ihren Aktivitäten zur Organisation der kommunalen Infrastruktur und der Überwachungszentren bei, von denen aus sie gemeinsam mit den Erwachsenen zu ihren selbst organisierten Überwachungsgängen aufbrechen. Sollten sie dabei auf illegale Eindringlinge stoßen, werden diese zur Rede gestellt bzw. die entsprechenden Behörden informiert und um Hilfe gebeten. Vor allem die auf ihrem Territorium isoliert lebenden und noch un-kontaktierten indigenen Gemeinschaften (AWA) benötigen ihre Unterstützung. Nach einem Treffen zum Austausch von Wissen haben sich Jugendliche auch an Aktionen zur Überwachung und zum Schutz des Territoriums Carú angeschlossen.

Last but noch least wollen sie mit ihrem Beispiel vorangehen und auch Jugendliche anderer indigener Dörfer inspirieren, sich zusammenzuschließen und für Ihre Rechte zu kämpfen. Inzwischen hat die Gruppe das erfolgreich getan. In Vertretung ihrer Gemeinschaft haben sie auch an traditionellen Ritualen wie der „festa da menina moca“ (Dieses Fest markiert den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter der Guajajara-Frauen) teilgenommen. 2023 konnten erstmals mehrere Vertreter:innen der Jugendlichen an dem indigenen Kamp ATL in Brasilia teilnehmen. 
Ein neues Projekt zielt darauf ab, die jungen Menschen für die Teilnahme am 2. Treffen der Jugend indigener Völker Anfang Juli 2024 im Dorf Maçaranduba zu mobilisieren. Das Ziel ist, die Jugendlichen noch stärker in die sozio-ökologischen Kämpfe in Brasilien einzubeziehen.

 

 

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