Landraub bedroht die Babaçu-Wälder
Die Babaçu-Palme ist für viele Familien die wichtigste Lebensgrundlage. Aus der Nuss gewinnen sie Öl, Seife und Mehl; die Schalen dienen als Brennstoff, die Blätter als Baumaterial. Das Sammeln und Verarbeiten der Babaçu-Nuss ist für viele Frauen oft die einzige Einkommensquelle.
Doch die Wälder, in denen die Palmen wachsen, sind bedroht. Einst öffentliches Land wurde von Großgrundbesitzern angeeignet und für Viehweiden eingezäunt. Dadurch verlieren die Sammlerinnen den Zugang zu den Wäldern, von denen ihre Lebensgrundlagen abhängen.
Organisation und Selbstbestimmung der Quebradeiras
Mit der Gründung des Movimento Interestadual das Quebradeiras de Coco Babaçu (MIQCB) haben sich die Landarbeiterinnen eine neue Zukunft erkämpft. In selbstorganisierten Kooperativen verarbeiten sie die Babaçu-Nuss zu fairen Preisen und unter eigener Kontrolle. Das Projekt unterstützt Frauen dabei, ihre kollektiven Strukturen auszubauen und ihre Produktion besser zu organisieren. Schulungen zu Ernährungssicherheit und solidarischer Wirtschaft erweitern ihr Wissen. Gleichzeitig fördert es den Austausch zwischen den Gruppen und stärkt die Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung.
Vermarktung, Einkommen und Waldschutz verbinden
Das Projekt unterstützt den Verkauf der Produkte durch neue Verpackungen, eine stärkere Präsenz auf Märkten und den Ausbau von Ladengeschäft und Online-Shop. Schutzkleidung und Material werden angeschafft, damit die Frauen unter besseren und sichereren Bedingungen arbeiten können. Die Frauen können ihre Rechte besser einfordern und ihre Zukunft aktiv mitgestalten. So trägt das Projekt dazu bei, die Babaçu-Wirtschaft langfristig zu sichern, die Lebensbedingungen vieler Familien zu verbessern und gleichzeitig die Wälder zu schützen, von denen die Gemeinschaften abhängig sind.
Wenn Frauen Waldressourcen kontrollieren, profitieren ganze Ökosysteme. Mit Ihrer Unterstützung kann die Babaçu-Bewegung mehr Frauen in Brasilien erreichen.

