Ökolandbau für eine gesunde Ernährung

INDIEN

Hirse ist ein Multitalent. Sie gedeiht auf kargen Böden, verträgt Trockenheit und Wetterschwankungen und ist dazu noch überaus gesund. Sie enthält wertvolle Mineralien wie Eisen und Magnesium. Das macht sie gerade in den ländlichen Gebieten Südindiens, wo viele Frauen und Kinder an Anämie durch Eisenmangel leiden, zu einer guten Ernährungsgrundlage.

Das haben unsere Partner von CENTREREDA schon vor einigen Jahren erkannt. Mit ASW-Unterstützung fördern sie daher in den Dörfern des Projektgebiets in Tamil Nadu den Anbau verschiedener Hirsesorten, außerdem Hülsenfrüchte und Gemüse.

 

Nachhaltigkeit großgeschrieben

Dazu unterstützt CENTREREDA die Bäuer*innen bei der Umstellung auf umweltverträgliche Anbaumethoden. In Workshops erlernen vor allem die Frauen den biologischen Pflanzenschutz und die Herstellung von Wurmkompost. Außerdem wird Wissen über den Mischanbau von Bäumen und Ackerpflanzen (Agroforstsystemen) vermittelt und es werden kleine Dämme gebaut, um das Wasser an Ort und Stelle zu halten.
 

Allein 2020 nahmen 150 Bäuer*innen aus 10 Dörfern an einem solchen Ausbildungsprogramm teil. Zusätzlich wurden 25 ausgewählte Landwirt*innen in der Verwendung und Weiterzucht einheimischer alter Pflanzensorten ausgebildet. Einige erhielten auch ein Startkapital für die Aufnahme einkommensschaffender Aktivitäten.

 

Vermarktung in Eigenregie

Insgesamt ist die Ernährung  in großen Teilen der Projektregion sicherer und gesünder geworden. Und weil beim Anbau alle Familienmitglieder einbezogen werden, lernen schon die Jüngsten den Nutzen von frischem Gemüse und Nahrungsvielfalt zu schätzen.

Auch bei der Vermarktung von Gemüse gehen die Frauen bei CENTREREDA neue Wege. In Eigenregie haben sie ein Vermarktungssystem für ihre gesunden Produkte aufgebaut. In einer nahe gelegenen Kleinstadt haben sie in einem ihrer selbstorganisierten Grünen Läden zwischen 2019 und 2020  8 Tonnen Drumstick (eine Art Okra), 6 Tonnen Tomaten, 300 kg Tamarinde, 35 Liter Honig sowie große Mengen von Zwiebeln, Curryblättern, Zitrone, Bittergurke, Tapioca und Landhühner verkauft. Frauen haben sich als Mitglieder im Grünen Laden eingeschrieben, aber auch ihre Kinder partizipieren.

 

Aktive und weiter denkende Bäuerinnen

CENTREREDA will noch mehr Bäuer*innen überzeugen und damit auch in anderen Regionen langfristig zu einer sicheren und nährstoffreichen Ernährung beitragen. Dabei wird bei allen Aktivitäten Wert auf gemeinschaftlich getroffene Entscheidungen gelegt. In dörflichen Saatgut-Komitees zum Beispiel treffen die Produzentinnen Entscheidungen über die in ihrer Region verwendeten Hirse-, Gemüse- und Hülsenfrucht-Sorten.
 

Für einen Austausch mit anderen organischen Produzenten und für die Ausweitung von Vermarktungsmöglichkeiten organisieren Bäuer*innen mit Unterstützung der NGO außerdem Besuchsreisen  in Nachbardistrikte. Es sollen noch weitere Saatgutbanken errichtet werden, sowie Selbsthilfegruppen, die diese organisieren und die Verteilung in der Bevölkerung übernehmen.
So macht die Idee von CENTREREDA Schule und das Wissen um die Vorteile des Ökoanbaus für eine sichere Ernährung verbreitet sich im Schneeballmodus.

Für dieses wegweisende Projekt benötigen wir noch Ihre Unterstützung.