Indiens Bevölkerung hat (noch!) einen verträglichen ökologischen Fußabdruck

31.07.2019

Das Schwellenland Indien gehört trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zusammen mit vielen afrikanischen Ländern zu den für den Globus zuträglichen Nationen.

Bereits am 29. Juli hat die Menschheit im aktuellen Jahr die natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser Globus uns pro Jahr zur Verfügung stellt bzw. soviel an CO2 abgesondert, wie Wälder, Wiesen und Ozenane absorbieren können. Die Natur wurde also 2019 fast doppelt so schnell genutzt, als sich ihre Ökosysteme selbst regenerieren können. Der Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day), der seit 1986 vom Global Footprint Network (GFN) berechnet wird, lag 2018 noch am 1. August und 2017 am 2. August. Er besagt, dass „wir“ Erdenbewohner*innen statt einer fast zwei Erden nutzen und 2019 ab dem 29. Juli im Hinblick auf Nahrung, Fasern, Holz, Böden, Wasser und andere Ressourcen auf Pump leben.

 

Doch dieses „Wir“ gilt es genauer zu betrachten. Deutschland zum Beispiel hat den Erdüberlastungstag schon am 3. Mai erreicht und bräuchte, seinen Lebensstil hochgerechnet, drei Erden, also deutlich mehr als der Weltdurchschnitt, der bei 1,75 liegt.

Besonders ärgerlich dabei ist, dass „unsere“ Politiker*innen, die das Ausbleiben einer echten Energiewende, die Verschleppung der Verkehrswende und das Blockieren einer Agrarreform in der EU zu verantworten haben, gerne mit dem Finger auf die Umweltsünden Chinas und anderer Schwellenländer zeigen. Dabei verbraucht China erst knapp mehr als das Doppelte der ihm zustehenden Ressourcen, die USA dagegen das Fünffache.

Das Schwellenland Indien liegt dabei immer noch unter 1 und gehört damit zusammen mit vielen afrikanischen Ländern zu den für den Globus zuträglichen Nationen. Brasilien dagegen, das in sensiblen Ökosystemen wie dem Cerrado Soja u.a. für deutsche Tiermastbetriebe produziert, kommt auf einen Wert von 1,7.