4 Jugendliche der Munduruku arbeiten mit einem Laptop. Sie tragen T-Shirts eines audiovisuellen Kollektivs

Ein Ort für Wissen, Widerstand, Vernetzung und Zukunft

Pariri

Das indigene Volk der Munduruku stärkt mit einem Bildungszentrum Kultur, Zusammenhalt und Umweltschutz in einer Zeit großer Bedrohung durch Umweltzerstörung.

Bedrohung von Lebensraum und Kultur

Das indigene Volk der Munduruku lebt seit Jahrhunderten am Fluss Tapajós im brasilianischen Amazonasregenwald. Das Leben der Menschen, das Land und der Fluss sind heute massiv bedroht. Illegale Goldgräber und Holzfäller dringen in ihr Gebiet ein, zerstören die Böden und Wälder und vergiften das Wasser mit Quecksilber. Megaprojekte zerstören die Natur und Flüsse. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf ihre Ernährung, ihre Gesundheit und ihre Zukunft.  

Mit der Umweltzerstörung geht nicht nur die Bedrohung ihres Lebensraums, sondern auch die ihrer Kultur einher. Denn für die Munduruku sind Wald, Flüsse und Tiere nicht nur Lebensgrundlage, sie bilden auch die Basis ihrer Identität, ihrer Spiritualität und ihres Zusammenlebens.

Ein Ort des Lernens und der Vernetzung

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Munduruku beim Aufbau eines Bildungszentrums. So schaffen sie einen Ort, an dem Wissen bewahrt, geteilt und weitergegeben werden kann. Hier kommen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Wissensträger:innen zusammen. Sie lernen voneinander, geben Erfahrungen weiter und halten ihre Kultur lebendig. Ein Multimedia-Archiv ist in Planung, damit Aktivitäten zukünftig dokumentiert und das Erarbeitete erhalten bleibt und weiter genutzt werden kann.

 Für die Menschen am Tapajós

Das Zentrum richtet sich an die Munduruku-Gemeinschaften am Ober- und Mittellauf des Tapajós.  Darüber hinaus fördert es den Austausch mit anderen indigenen Gemeinschaften, mit Flussanwohner:innen sowie mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen. So entsteht ein Netz der Solidarität, des gemeinsamen Lernens und des Widerstands. 

Was hier wächst und entsteht

Das 2024 eröffnete Zentrum ist aber auch die zentrale Basis für den Widerstand gegen illegale Goldsucher und Holzfäller. Hier laufen Informationen darüber zusammen, wer wann in das Territorium eindringt. Hier werden Patrouillen und Drohnenflüge organisiert sowie gemeinsame Einsätze geplant, um das eigene Land mit Schildern zu markieren.

Ein Gebäude als langfristiger fester Bezugspunkt

Das Bildungszentrum stärkt die Munduruku von innen. Es hilft dabei, Sprache, Wissen und Traditionen an die nächste Generation weiterzugeben und so das kulturelle Erbe lebendig zu halten. Als Ort des politischen Widerstands stärkt es das Selbstbewusstsein der Gemeinschaft und ihre Fähigkeit, sich gegenüber Bedrohungen von außen zu behaupten. Als Raum der Vernetzung vertieft es die Verbindung zwischen den Dörfern am Tapajós.

Gleichzeitig macht das Projekt sichtbar, warum der Schutz indigener Territorien so wichtig ist: Er schützt nicht nur eine Gemeinschaft, sondern auch den Regenwald und die Flüsse.

„Wir kämpfen nicht nur für uns, sondern für die ganze Welt. Wir leisten weiter Widerstand. Wir schützen die Wälder, die Flüsse die Natur. Nicht nur für uns, sondern auch für euch“. 

So fasst die Aktivistin Rilcélia Akay Munduruku, indigene Führungsperson, Aktivistin und Mitglied des audiovisuellen Kollektivs von Munduruku-Frauen Daje Kapap Eypi ihren Kampf gegen die Zerstörung des Amazonasregenwaldes zusammen.